Mit ‘Netz’ getaggte Artikel

Stoppseite aus dem Iran – so sieht dort die Zensur aus

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Ohne Worte (via)

CDU, SPD & CO haben die Zensur-Debatte verloren

spd_fuer_zensur1Die Große Koalition hat sich auf eine Zensur des Internets geeinigt. Vermarktet wird der Frontalangriff auf die demokratische und freie Kommunikationsgesellschaft als “Maßnahme gegen die Verbreitung von Kinderpornografie”, obwohl Experten in diesem Gebiet den Stoppseiten-Klimbim für wirkungslos halten. Dass inhaltlich den Zensurgegner nichts entgegen zu setzen ist, zeigen die erbärmlichen Statements der Befürworter zur gestrigen Öffnung der Büchse der Zensursula:

SPD: “Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich mit ihrer Forderung nach grundlegenden Änderungen beim Kinderpornografie-Bekämpfungsgesetz in den Verhandlungen mit der Unionsfraktion auf ganzer Linie durchgesetzt.”

CDU: “Union setzt sich bei Kinderpornografie-Sperre durch”

Über die weitere Schönfärberei in den entsprechenden Pressemitteilungen beider Parteien hat INTERNET-LAW gebloggt.

PR-Schleuder Deutsche Kinderhilfe: Sagt nichts, da sie offensichtlich nicht genügend Unterschriften zusammenbekommen hat um wie von ihr angekündigt gegen die über 130000 Mitzeichner der Online-Petition für ein freies Internet anzustänkern.

Zensursula: Kläglich – wie einst die Deutsche Kinderhilfe – kauft sie sich eine Umfrage mit manipulativer Fragestellung die die Blockade von Internetseiten alternativlos abfragt. Dagegen ganz anders die Ergebnisse der Mogis Umfrage die alle drei Möglichkeiten zum Umgang mit kinderpornographischen Seiten im Netz berücksichtigt: 2% Für frei zugängliche, 5% für Sperren (Zensursulas Vorschlag) und 92% für Löschung und Strafverfolgung (Vorschlag der Zensurgegner).

EX-BILD-Terrorismusexperte Herfried Münkler: Falsche Meinungsmache auf BILD-Niveau, in der er davon ausgeht, dass durch das Zensurgesetz Kinderpornografie im Internet überhaupt erst verboten wird und dass die Zensurgegner sich aus kriminellen Firmen und Kommunisten zusammensetzen. Nichts anderes ist von einem zu erwarten, der die Zunahme von Kindersoldaten mit Abwesenheit der “Disziplinierungsmechanismen regelmäßiger Arbeit” begründet. (Warum druckt das die Frankfurter Rundschau ab?)

Ansonsten hat das Hausblatt von Wolfgang Bosbach (CDU) ihm seine Politik schön geschrieben. Mehr gab es nicht von den Befürwortern einer Zensur zu lesen. Zensursula hat ihren Willen durchgedrückt aber öffentlich unterstützen mag sie dabei kaum einer mehr.

Update: Deutsche Kinderhilfe gibt doch etwas von sich (”Begriff [Zensur] der die Debatte von Anfang an vergiftet hat”) und erwähnt am Rande, dass sie angeblich 120000 Unterschriften hat. Wer’ s glaubt.

U.S. Regierung bot Chinesen und Iranern Umgehung der Zensur an und zensierte selber dieses Angebot

Eigentlich ein gutes Angebot: Das U.S. International Broadcasting Bureau bot Chinesen und Iranern Proxyserver zur Umgeheung der Zensur ihrer Länder an. Amüsanterweise flog 2004 auf, dass ein “Jugendschutzfilter” fester Bestandteil des Dienstes war. Äußert lustig waren dabei die Auswirkungen der Wortfilter:

The list includes “ass” (which inadvertently bans usembassy.state.gov), “breast” (breastcancer.com), “hot” (hotmail.com and hotels.com), “pic” (epic.noaa.gov) and “teen” (teens.drugabuse.gov).

Iran: Notaus für das Internet?

Der Iran wird insgesamt von sechs Providern, Türk Telekom, FLAG, Singapore Telecom, PCCW, Telia, and Telecom Italia Sparkle mit dem Internet verbunden. Zufällig genau dann wenn ein Großteil der Bevölkerung  sich über gefakte Wahlen beschwert und “Nieder mit dem Diktator” ruft, reduzieren sich die sechs Hauptverbindungen auf eine der Türk Telekom (TTnet, siehe Grafik). Als Grund werden “Probleme” mit Unterseekabeln vermutet. Technische Ursachen gelten als unwahrscheinlich.

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Hintergrund kann sein, dass sich eine einzelne Verbindung besser zensieren lässt als viele. Ob BBC, Wikipedia oder was auch immer aus dem iranischen Netz erreicht werden kann, lässt sich somit einfacher kontrollieren. Allerding wird eine komplette Kontrolle nicht möglich sein, zumal viele Iranerinnen und Iraner in der Umgehung der Zensur geübt sind. Bisweilen werden nur von vereinzelten elektronischen Störfeuern berichtet. Getwittert wird sowieso.

Siehe auch: Warum ist der Iran noch mit dem Internet verbunden?

Immerhin: 60 Jahre keine Zensur in der BRD

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Ok, zwischen 1955 und 1968 wurden ungefähr 100 Millionen Postsendungen aus dem Verkehr gezogen. In der französichen Besatzungszone ging sogar die gesamte Post durch die Hände froschfressender Zensoren (nichts gegen Franzosen, hat die damalige deutsche Regierung abgesegnet) aber es gab seit 1949 die Illusion von einer nicht vorhandenen Zensur. Damit hat aber nun die Große Koallition Schluss gemacht: Selbst die Sozis haben sich wieder gewendet und die Dunkle Macht CDU hielt die Tage sowieso die Salamitaktik nicht mehr durch und will sich am liebsten sofort die Zensurliste von der Content-Mafia bereichern lassen. Rechtsaußen will man soger Stoppschilder in Computerspiele einbauen, oder so. Wie auch immer, beide abwählbaren Parteien haben sich nun auf die Wiedereinführung der Zensur geeinigt … im Grundgesetz steht zwar immer noch “eine Zensur findet nicht statt” aber who cares?

Also, mischt bitte alle im Wahlkampf aktiv mit. Stellt euch vor die CXUSPD Stände und schwingt Reden über die Umtriebe dieser Parteien. Im EU-Wahlkampf hat sich gezeigt, dass Slogans a la “die wollen euch nur bespitzeln” allgemein bei ihren Wählerinnen und Wählern auf offene Ohren stoßen.

Update: Einige sorgen schon für ein Rahmenprogramm bei CDU Veranstaltungen.

Internetzensur: Deutschlands und Chinas Taktik

Überwachung 2.0 für das Volk

Ab dem 1. Juli dürfen in China nur Computer mit der vorinstallierten “Filter-Software” “Lvba-Huajihuhang” (Porno und illigale Inhalte Damm – Jugendliche eskortieren) verkauft werden. Die an einer zentralen Blacklist angeschlossene “Filter-Software” soll Minderjährige (<18) vor Pornografie und anderen “ungesunden” Informationen im Internet schützen. Darüber hinaus können Eltern mit der Software die Kommunikation ihrer Kinder beispielsweise mit MSN Messenger, QQ, Skype und Yahoo Messenger kontrollieren. Sollten Eltern lieber auf Erziehung statt Ausblendung setzen, kann die Software von ihnen deinstalliert werden.

Laut der Chinesische Regierung ist die “Filter-Software” kein Volksrepubliks-Trojaner. Sie dient nur zum “Schutz der Jugend vor Pornografie und Gewalt”. Weiter verkündet sie, dass “jeder der ein Kind hat [...] die Sorge von Eltern über ungesunde Inhalte im Internet verstehen kann” und dass das “Internet in China schon immer offen gewesen sei”. … Neusprech scheint weltweit gleich zu sein. Hierzulande ist es nur martialischer. Gleich ist auch in beiden Ländern die Tendenz die Bevölkerung als Komplizen bei der Überwachung des Internets zu gewinnen. In China u.a. mit der Kommunikations-Kontrolle der jungen Generation und in Deutschland will Zensursula eine Atmosphäre schaffen, in der Heranwachsende und junge Menschen dem BKA abweichendes Verhalten im Netz mittels eines Buttons im Browser melden … IMs für die Stasi 2.0 in Deutschland und Admin-Warte in China.

You’d better watch out

Charles Mok, Vorsitzender der Internet Society Ortsgruppe Hong Kong verneint, dass mit dem “Filter” eine totale Kontrolle möglich ist und hält die psychologische Wirkung, in Anbetracht, dass die Software Informationen darüber sammelt wer welche Website besucht hat und als Spyware dienen kann, für das Wesentliche:

“But the whole thing is about the message that is being sent – that ‘you’d better watch out, I’m still continuing to watch you in one way or another’.”

Bei der Zensur in Deutschland mittels der Manipulation von DNS-Servern größerer Provider setzt man ebenfalls auf die Psychologie. Ein Großteil der “potenziellen Nutzer” soll allein durch den Hinweis mit Stoppschildern, dass sie illegale Inhalte aufsuchen wollen, abgeschreckt werden, heißt es in einem Bericht über Netzsperren des Bundesinnenministeriums. Zudem sieht der Gesetzesentwurf für eine Netzzensur die Weitergabe der IP-Adressen von Besuchern des Stoppschilds an das BKA* vor. Weil nicht nur “potenzielle Nutzer” sondern potenziell jeder Internetnutzer in den Stoppschild-Logfiles landen kann, wird damit ein jeder der Gefahr einer Strafverfolgung ausgesetzt: You’d better watch out!

Zensurverweigerer nicht relevant

Die Chinesische Regierung ließ sich von einem Gartner-Analysten bestätigen, dass sich die “Filter-Software” von Rechnern deinstallieren lasse. Laut Mok hoben viele in den erheblichen Diskussionen in chinesischen Online-Foren über die “Filter-Software” dies positiv hervor. Das Kalkül der Regierung, die Zensur als freiwillig erscheinen zu lassen, scheint aufgegangen zu sein. Mok geht davon aus, dass die Mehrheit nicht die Software deinstallieren wird oder nicht das Wissen dazu haben wird.

In Deutschland ist die Regierung penibler: Wegen der Möglichkeit einer Umgehung wird in einem Bericht des Innenministeriums für den Innenausschuss des Bundestages über die „Technischen Möglichkeiten der Entfernung bzw. Sperrung kinderpornographischer Inhalte im Internet” von einer “Filter-Software” auf PC-Ebene abgeraten. Aus gleichen Gründen fällt in dem Bericht die Manipulation von DNS-Servern großer nationaler Provider durch. Allerdings wird die DNS-Manipulation als kurzfristig machbare Übergangslösung empfohlen. Man geht davon aus, dass nur wenige diese umgehen werden und setzt wie in China auf Gleichgültigkeit oder geringe technische Kompetenz der Bevölkerungsmehrheit. Zusätzlich werden u.a. von Zensursula Zensurverweigerer als Vergewaltiger von Kindern stigmatisiert.

Für beide Länder stellt die Möglichkeiten der Umgehung von Zensur im Internet kein großes Problem dar. China nutzt dies sogar progressiv in dem sie ihre PC-seitige Zensur als “freiwillig” vermarktet. Schließlich ist die Bevölkerungsmehrheit das Ziel der Zensur und nicht diejenigen die zensiert werden, also Blogger in China und zukünftig Filesharer in Deutschland. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua fasst dies treffend zusammen:

“Support [for Green Dam] largely stems from end users, opposing opinions primarily come from a minority of media outlets and businesses”

Schöne neue digitale Mauer

Allgemein bekannt ist die “Great Firewall of China” durch die Olympischen-Spiele. Damals war für alle Beteiligten klar, dass Internetzensur eine unwürdige Sache ist, die bei uns niemals denkbar wäre, eine Schande für jede Demokratie und ein klares Zeichen, dass es sich in China eben nicht um eine Demokratie und nicht um einen Rechtsstaat handelt. Mittlerweile führt Deutschland mit der DNS-Manipulation ein Bestandteil der Great Firewall of China ein. Die weiteren Komponenten empfiehlt der Bericht des Innenministerium über die Durchführbarkeit einer Zensur im Internet als langfristig vorzugswürdig und – siehe da – der Gesetzesentwurf zur Einführung der Netzzensur ist technologieneutral gehalten und sieht “DNS-Sperren” lediglich als Mindestanforderung vor. Er schafft damit eine gesetzliche Grundlage für Provider um die vom Innenministerium vorgeschlagene Deutsche Digitale Mauer nach dem Vorbild der Cleanfeed-Zensur in Großbritannien, die abgestuft erst nach IP-Adressen und anschließend nach URLs filtert, einzuführen. Die Chinesische Regierung hat sich bereits mit folgenden Worten um die neuen Mitstreiter im Kreise der Staaten die die freie Meinungsäußerung unterdrücken gefreut:

“Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern. Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun.”

Einen Unterschied zwischen Deutschland und China gibt es aber: Hierzulande kann man die Befürworter einer Einmauerung des Internets, also die CXUSPD, abwählen.

Update: Die “Filter-Software” liest mit der fscanf Funktion die Filterdateien in einen Buffer mit fester Länge ein. Mit provozierten Buffer-Overflows kann damit die Regierung Rechner kapern. Siehe: Analysis of the Green Dam Censorware System

* In einem neueren Gesetzesentwurf soll kein Besucher der Stoppseiten mehr angezeigt werden, allerdings werden die IP-Adressen immer noch erfasst: You’d better watch out!

Update 2: Spiegel-Online berichtet, dass die “Freiwilligkeit” der “Filter-Software”  mit zahlreichen Protesten – unter anderem mit einer Online-Petition – durchgesetzt wurde.

Online-Petition gegen Zensur im Internet bricht Rekord

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Mit inzwischen mehr als 128300 Mitzeichnern ist es nun raus: Bürgerinnen und Bürgern ist ein Internet ohne Zensur wichtiger als die Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin!

Eliten haben Angst vor dem Internet … zurecht! *fg*

Blog-Kommentar zu dem Post “Zapp: Kämpfen gegen die Zensur!” von Wolfgang D. vom AK Vorrat – Ortsgruppe Karlsruhe:

Als Bürgerrechtsgruppe haben wir erfahren, wie gut die Zensur in viele klassischen Medien funktioniert. Wir haben auf eine CDU-Veranstaltung kritische Fragen gestellt. Einige von uns waren durch T-Shirt-Aufdrucke eindeutig nicht als CDU-Anhänger erkennbar. Wir haben vor dem Saal auch Flyer verteilt. Von der Presse kam ein Reporter und ein Fotograf der Lokalzeitung BNN.
Die haben sich überhaupt nicht für uns interessiert! Bei Fotos wurde darauf geachtet uns nicht im Bild zu haben. Die Leser der Zeitung haben nicht erfahren, dass wir da waren. Auch bei Berichten über andere Themen, merkte man, dass das Ziel dieser Zeitung nicht objektive nicht Information sondern Propaganda für die CDU ist.
Ich habe schon an mehren Orten innerhalb Deutschlands gewohnt und weiß daher, dass das kein Einzelfall ist.
Und genau deswegen vermute ich, dass es eben doch um politische Zensur geht. Denn je mehr sich die Bürger über das Internet informieren, desto weniger funktioniert die politische Beeinflussung über parteinahe Medien. Zumindest solange viele Berichte kostenlos angeboten wird, ist es im Internet ja problemlos möglich, sich aus verschieden Quellen zu einem Thema zu informieren.
Ich glaube genau davor hat die CDU/CSU Angst.

Selber kann ich bestätigen, dass es sich dabei keinesfalls um einen Einzelfall handelt. Erst gestern wurde mir berichtet, dass ein Redakteur die Nachfrage,  warum er eine Pressemitteilung mit Informationen über die Veruntreuung von Geldern eines öffentlichen Betriebes – Staatsanwaltschaft ermittelt bereits – auf einen Satz kürzte, mit “ich habe einen Verleger” beantwortete.

Internetuser haben nichts zu sagen

Jedenfalls nichts relevantes. Zumindest nicht, wenn es nach der Zeit geht. Stellte Heinich Wefing in seinem Beitrag “Wider die Ideologen des Internet” das Netz noch als einen anarchistischen Raum da, in dem Recht und Gesetz keine Geltung hätten, und seine Nutzer als eine Art digitale Outlaws, die als moderne Desperados durch die Digitale Welt ziehen, und mit einem Grinsen im Gesicht ein Verbrechen nach dem anderen begehen, sind es heute die Twitter-User. “Schluß mit dem Geschnatter“, fordert Jens Uehlecke in seinem Kommentar. Twitter ist für ihn die “Klowand des Internet”, an der jeder sein Sprüchlein hinterlässt. Das andere User diese dann lesen können

ist dann so, als würde man sich auf dem Büroklo immer wieder in die gleiche Kabine setzen, um nachzuschauen, ob neue Kommentare an der Wand stehen.

Es ist nun wahr, daß auf Twitter viel Belangloses getweetet wird, ein Tweet “geh’ jetzt kacken”, wird wohl nicht einmal die Freunde des Tweeters ernsthaft interessieren. Andererseits ist Twitter ein sehr junges Medium, in dem die Anwender noch am ertasten sind, was man damit eigentlich alles machen kann. Ähnlich wie in den 90ern, als jeder zweite User eine “Hallo, ich bin auch im Internet” Seite hatte, muß sich das neue Medium erst finden.

Daß Twitter zur Kommunikation von Netzwerken gut geeignet ist, erkennt man, wenn man mal nach #zensursula sucht; ein Teil der Anti-Zensurbewegung koordiniert so recht effektiv seine Aktionen. Andere politische Gruppen verfahren ebenso. Amnesty International mobilisiert so seine Anhänger für wichtige Urgent Actions, und erreicht viel mehr Leute, als über die Webseite allein.

Uehlecke tut Twitter und seinen Nutzern also unrecht, wenn er den Dienst unter dem Nievaeu von Nachmittagstalkshows ansiedelt, und die Nutzer als diejenigen characteriesiert, die selbst für Britt und Bärbel Schäfer noch zu blöd sind:

An der konzertierten Banalität erkennt man schnell, dass einen gewaltigen Vogel haben muss, wer da noch mitsingt. Warum das Ganze trotzdem so populär ist, ist schnell erklärt: Erstens haben Menschen einen nahezu unerschöpflichen Geltungsdrang. Und zweitens gibt es wie für Klowände keine Qualitätskontrolle, keine Mindeststandards. Jeder darf sich äußern, wann und so oft er will. Selbst jene, die nicht einmal mehr von all den Bärbels und Britts in Trash-Talkshows eingeladen würden.

Hier ist stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht Uehlecke ist, der etwas nicht verstanden hat, wenn er eine “Qualitätskontrolle” für Twitter fordert: Das Internet funktioniert anders, als althergebrachte Medien, etwas das Uehlecke scheinbar nicht verstanden hat. Eine Zeitung hat vergleichsweise hohe Kosten, und begrenzten Platz. Deshalb bemisst sich ihre Qualität daran, wie gut sie die für ihr Publikum interessanten Nachrichten aus dem unendlichen Strom von Nachrichten herausfinden kann, und wie gut sie diese Information aufbereitet. Im Netz ist das anders: Durch seinen partizipativen Charakter kann jeder Nutzer alles veröffentlichen was er selber für wichtig hält. Da Speicherplatz billig ist, und nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht, kann sich das Internet erlauben, alle Nachrichten gleich zu behandeln, das ist im weitesten Sinne Netzneutralität. Dienste wie Twitter überlassen es dem Nutzer das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.  Die Qualität eines Dienstes bemisst sich im Internet daher vor allem daran, wie gut der Nutzer die ihn interessierenden Inhalte findet, und nicht so sehr daran, wie hoch der Prozentsatz der journalistisch hochwertigen Beiträge ist.

Blockwart Firefox Plugin von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention

Um zu beweisen, dass das Internet nicht »von Natur aus« ein freies Medium ist, sondern eines, in dem Hierarchien und Machtstrukturen abgebildet und erschaffen werden können, manipulierten  2001 Dragan Espenschied und Alvar C.H. Freude unbemerkt das Hausnetzwerk an ihrer Hochschule. U.a. manipulierten sie unter dem Motto “Blockwart-Service: Noch nie war denunzieren so einfach” Suchmaschinen dahingehend, dass jede dort gefundene Seite in einem Formular als pornografisch, rassistisch, gotteslästerlich, kinderpornografisch, geschäftsschädigent, urheberrechtsverletzend oder anstößig gemeldet werden konnte. In einem gruseligen Erklärungstext war unter anderem von »Kein Schmutz im Internet!« und »Zivilcourage« die Rede ist. Soweit das Experiment aus dem Jahr 2001.

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2009 hält der  Bund Deutscher Kriminalbeamter, der das Internet als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens wahrnimmt, folgendes Konzept als Maßnahme gegen Kinderpornografie im Internet für notwendig:

Kurzvorstellung Web Patrol
Web Patrol ist ein Projekt des BDK und der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK). In der Arbeitsgruppe sitzen Vertreter des BMI, eco-Verband, Computerbild, TÜV Rheinland, Microsoft, LKA NRW, T-Systems und vielen mehr. [...]

In bestehende Internet-Browser wird eine zusätzliche Schaltfläche (Button “Web Patrol” 110 im Internet.) softwaremäßig implementiert, die beim Surfen oder beim Chatten für den User ständig präsent ist. Im Falle des Findens von Webangeboten mit suspektem Inhalt (z.B. Kinderpornografie, rechtsradikales Gedankengut, Chatinhalte mit Ankündigung Suizid/Amoklauf, Verbale/sexuelle Belästigung/”Anmache” innerhalb von Chatrooms usw.) kann der User durch einfaches Anklicken dieses zusätzlichen Buttons eine automatisch generierte Meldung an eine noch zu schaffenden Clearing-Stelle (mit oder ohne Kommentar bzw. Angabe von persönlichen Daten, wie Name/Vorname, E-Mail für Kontaktaufnahme durch Clearingstelle) absetzen, die sich dann um die Sache unmittelbar kümmert, rund um die Uhr, jeden Tag im Jahr (Modus 24/7).

[...]

Wichtigster und auch umfangreichster Punkt ist der Aufbau und die Organisation der Clearingstelle. Dieses muss mit Hochdruck und entsprechender Priorität geschehen, damit der Bürger/ Nutzer im Netz nicht weiterhin auf sich alleingestellt ist.

Nichts gegen eine schnelle Hilfe bei Mobbing seitens des Sozial-Network-, Chat- oder was auch immer Betreibers, aber “Web-Patrol”  ist eine Übernahme der “Blockwart-Service” Idee. Allerdings werden seitens des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) weitere gruselige Features gefordert:

Auf der anderen Seite des 110-Notruf-Buttons läuft die Meldung in einer Einsatzzentrale auf, die mit Psychologen, Pädagogen, Internetspezialisten und Kriminalisten besetzt ist und ähnlich einer Rettungs-Leitstelle sofortige Reaktionen auslösen können.

“Vom Screenshot der mitgeteilten Website im Internet, der Weitergabe der Information an einen Seelsorger bis zur Polizei-, Feuerwehr- oder Arztalarmierung könnte die Bandbreite der auszulösenden Maßnahmen sein”, legt der BDK-Vorsitzende Klaus Jansen Wert auf eine Sofortreaktion auf Gefährdungsmitteilungen aus dem Internet.

Das wird ein Spass: Schickt man ein gefakten Screenshot an die Gestapo Clearingstelle, bekommt der Kontrahent entweder Besuch von einem Priester, einem SEK oder der Feuerwehr, je nachdem was der Staat für den unmündigen Internetuser mit abweichenden Verhalten gerade für nötig hält. Wie waren nochmal padeluuns Worte 2002 auf der Demonstration gegen die Netzzensur in Nordrhein-Westfalen? Ja richtig:

Der neue totalitäre Staat, den ihr (worddateiverschickende Politiker) da bauen wollt, sieht nicht mehr aus wie Nazi-Deutschland, sondern zeitgemäß eher wie eine Disney- oder Big-Warner-Brother-World.

1984 was not supposed to be an instruction manual!

PS.: Bei dem “Blockwart Service” Experiment wurde lediglich eine Website mit Unterwasser-Fotografie als »Sodomie« gemeldet. Und endlich ein Nazi-Vergleich im Blog.

3sat: Befindet sich die BRD auf dem chinesischen Weg der Zensur?

Wie viel Internet verträgt die Demokratie? “Das Internet wird momentan aus einem der freisten Instrumente das der Menschheit global bekannt ist, um Informationen zu kommunizieren, umgebaut in ein kontrolliertes System”, stellt Daniel Schmidt von Wikileaks.org fest. Andreas Gondi von Netzwertig.com erklärt hierzu den Hintergrund: “Durch die Erfindung der Druckmaschine wurde die moderne Demokratie überhaupt erst möglich und die alten Eliten, wie beispielsweise der Adel und ein Stück weit auch der religiöse Klerus, haben damit ihre Macht weitgehend verloren. Das Internet ist ein Medium, das die Gesellschaft potenziell so weit verändern könnte, dass auch hier alte Eliten in die Gefahr geraten ihre Machtpositionen zu verlieren”. Soweit will es die Regierung aber nicht kommen lassen: Christian Bahls von Mogis sieht in dem Gesetzesentwurf zur Zensur des Internets bereits chinesische Verhältnisse, da er technologieneutral ist und somit Providern die Grundlage für den Betrieb einer chinesischen Great Firewall gibt. Vor Chinesischen Verhältnissen warnte ebenso schon vor Monaten der wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einer Studie.

… und Zensursula schwingt weiterhin die Kinderpornokeule: “Den Vorwurf der Zensur zu erheben, ist nicht angemessen angesichts der Frage, ob wir Bilder der Vergewaltigung von Kindern im Internet frei sichtbar lassen wollen.” Nach wie vor ignoriert sie die nachhaltige Alternative diese Bilder nicht zu sperren, sondern komplett zu löschen und zeigt damit, dass es ihr nicht um eine effektive Bekämpfung von Kinderpornografie geht. Immerhin schafft sie jetzt Transparenz in dem nicht mehr das BKA, sondern ein nicht näher definiertes Gremium im Geheimen die Zensurlisten erstellt. Lachhaft. Willkommen in China.

Ach ja: China mischt schon mit: Auf dem nächsten Internet Governance Forum war geplant die Internetzensur auf die Tagesordnung zu hieven, damit Staaten wie China & CO richtig schön gebasht werden können. Ein Vertreter Chinas hat dieses Disskussionsthema mit folgender spitzen Bemerkung verhindert:

“Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern. Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun” [...]  “Da müssen wir sehr vorsichtig sein.”

Siehe auch: 3sat: Es geht nicht um Kinderpornografie sondern darum die Freiheit des Einzelnen einzuschränken
(via)

Bayerns Killerspielexperten

Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann hat sich heute mal wieder als “Experte” geoutet. Wie heise.de berichte, hat sich Herrmann “verwundert” gezeigt, über den Gegenkurs von Junger Union und dem Bund der deustchen katholischen Jugend in Bayern (BDKJ). Beide Jugendverbände sprechen sich gegen ein Verbot von Ego-Shootern aus. Herrmann sagte:”"Ich gehe zugunsten des BDKJ davon aus, dass er nicht weiß, wie brutal und gewaltverherrlichend solche Killerspiele sind.” Diese brutalen Killerspiele seien keine geeignete Freizeitbeschäftigung für junge Menschen, so Herrmann weiter.

Nun nehme ich an, daß die jungen Menschen, von denen Herrmann hier spricht in der Regel sehr viel mehr solcher “brutalen Killerspiele” gesehen, und vor allem auch gespielt haben, so daß sie die Thematik besser beurteilen können als der bayrische Innenminister, der bekennendermaßen von Computer nicht viel Ahnung hat, und vermutlich kaum mehr als  ein paar Screenshots sog. “Killerspiele” gesehen hat, was er auch im Interview zugibt.

Aber solange man was verbieten kann, ist die Welt wohl in Ordnung.

Anleitung zur Einrichtung einer “DNS-Sperre”

Die Hauptaufgabe des Domain Name System (DNS) ist die Beantwortung von Anfragen zur Namensauflösung. Die Namensauflösung der URL http://cdu.de liefert z.B. die IP-Adresse 193.219.105.10 zurück. “DNS-Sperren” manipulieren die Zuordnung zwischen einem URL und der zugehörigen IP-Adresse: DNS-Server, die zensieren, beantworten bestimmte Anfragen nicht mit den jeweiligen eigentlichen IP-Adressen sondern mit der IP einer Stoppseite. Der Rechner, der die erhaltene IP weiterverarbeitet, lädt daraufhin z.B. statt der zensierten Website eine Website mit einem Stoppschild herunter.

Das Folgende Beispiel erklärt die  simple Technik der “DNS-Sperre”, indem die Website der CDU eine Stoppseite verpasst bekommt.

Verwendet wird im Beispiel der freie DNS-Server BIND auf Grund seiner starken Verbreitung in mittleren und großen Netzen.

Im DNS bezeichnet Zone den Teil des Domänenbaums, für den ein DNS-Server zuständig ist und deshalb die offiziellen Daten kennt. Einen für eine Zone zuständigen DNS-Server nennt man autoritativ. Seine Informationen über diese Zone, wie die Zuordnung zwischen der URL und der zugehörigen IP-Adresse, werden als gesichert angesehen. Diesen Wunden Punkt des DNS nutzend, beginnt hier die Manipulation, in dem man den eigenen DNS-Server dahingehend konfiguriert, dass er zum autoritativen DNS-Server für die Zone *.cdu. wird. (* steht für alle Subdomains wie z.B. team-zukunft.cdu.de).

In der anzulegenden Zonendatei /etc/bind/db.cdu.de – in der die Zone *.cdu. vollständig beschrieben wird – sind wenigstens folgende Einträge notwendig:

$TTL    2D
@    IN    SOA    cdu.de. mail.cdu.de. (
2009052401 ; Serial
8H         ; Refresh
2H         ; Retry
4W         ; Expire
2D )       ; Negative Cache TTL
;
@    IN    NS   <IP des eigenen DNS-Servers>
*    IN    A    <IP der Stoppseite>

In der vorletzten Zeile wird der eigene DNS-Server als der für die Zone *.cdu. zuständige angegeben. In der letzten Zeile wird die bei der Auflösung von URL in IP-Adresse zurückgegebene IP, also die der Stoppseite, eingetragen. Details zu den weiteren Einträgen sind in den Wikipedia-Artikeln SOA Resource Record und Zonendatei zu finden.

Im Beispiel ist die IP-Adressen des DNS-Servers mit der des Stoppschilds identisch:

@    IN    A    78.46.131.100
*    IN    A    78.46.131.100

Abschließend muss BIND mit einem Eintrag in der Datei named.conf.local die Zonendatei db.cdu.de bekannt gemacht werden (Falls noch nicht Vorhanden, muss im Verzeichnis /etc/bind/ die Datei named.conf.local angelegt und in der Datei named.conf mit der Zeile include “/etc/bind/named.conf.local”; eingebunden werden):

zone "cdu.de" {
type master;
file "/etc/bind/db.cdu.de";
};

Wirksam werden die Änderungen nach einem  Neustart von BIND. Mit dem Befehl host können die Änderungen getestet werden. Als Antwort auf host cdu.de sollte kommen:

cdu.de has address 193.219.105.10

Und nun wird der manipulierte DNS-Server mit host cdu.de 78.46.131.100 befragt:

Using domain server:
Name: 78.46.131.100
Address: 78.46.131.100#53
Aliases:

cdu.de has address 78.46.131.100

Um das Stoppschild unter cdu.de im Browser zu bewundern, muss im eigenen Resolver, das ist die von DNS-Servern Informationen abrufende Software, die IP des manipulierten DNS-Servers an erster Stelle eingetragen werden.

Zu beachten ist  noch, dass z.B. unter www.cdu.de/sitemap.htm ein “404 – Seite nicht gefunden” Fehler im Browser angezeigt wird, da auf dem Server des Stoppschildes keine sitemap.htm Datei existiert. Quick & Dirty kann dies durch eine serverseitige Umleitung der Fehlerseite auf das Stoppschild gelöst werden. Fertig ist die Zensur-Infrastruktur.

Eine Manipulation des DNS ist so simpel, da vor knapp 30 Jahren beim Entwurf des DNS niemand diese Möglichkeit beachtet hat – wer kommt auch auf die Idee, dass in 30 Jahren die Regierung fordert, Telefonbücher zu manipulieren?

CDU, SPD & Co zensiert

Zur atmosphärischen Einstimmung auf die drohenden Zensur des Internets hier die IP eines DNS-Servers der bereits zensiert:

78.46.131.100

Anleitungen zur Verwendung dieses Zensur-DNS-Server sind im Wiki des AK Zensur zu finden. Wichtig ist dabei, dass der Zensur-DNS-Server an erster Stelle gefolgt von einem zensurfreien DNS Server eingetragen wird.

Der Zensur-DNS-Server leitet Seiten auf ein Stoppschild um, die “im Zusammenhang mit Verletzung von Grundrechten” stehen. Bisweilen wurde geleakt, dass sich cdu.de und spd.de auf der geheimen Sperrliste befinden. Für weitere Vorschläge und Debatten, wie dämlich es doch ist, mit Zensur gegen Zensur zu agitieren, steht euch die Kommentarfunktion zur Verfügung.

Happy Birthday, Grundgesetz!

Update: Hat sich ausgestoppt – benötige den Server anderweitig.

1&1: Alternativer Vorschlag zum Access-Blocking

Ein Gegenvorschlag von 1&1 zum leyenhaften Zensur-Modell des Internets ist heute aufgetaucht: 1&1 schlägt eine freiwillige und damit grundrechtskonforme Zensur vor. Netzpolitik.org hat hierzu Andreas Maurer, dem Pressesprecher von 1&1, interviewt. Der Gegenvorschlag (pdf) skizziert grob, dass KJM, FSM, BKA, usw. eine Datenbank mit für sie unliebsamen Inhalten erstellen sollen. Diese Datenbank soll zentral – das BSI wird hierzu vorgeschlagen – gehostet werden. Router sollen diese Datenbank abfragen können und die Besitzer der Router sollen dabei folgende Selbstzensur-Auswahlmöglichkeiten haben:

  • Blockierung von “Kinderpornografie” (Standarteinstellung, Blacklist)
  • Blockierung von “ab 18 Jahre Inhalte” für Jugendliche und Kinder (Blacklist)
  • Blockierung jegliche Form von Pornografie (Blacklist)
  • Nur ausgewählte Inhalte für Kinder unter 14 Jahren (Whitelist)
  • Nutzer mit Admin-Rechte für den Router können die Zensur für sich abschalten

Ziel der Selbstzensur ist ,laut Andreas Maurer, dass sich Internetuser selber vor unbeabsichtigten Aufrufen von Kinderpornoseiten schützen können sowie Kinder vor nicht vom BKA & CO. genehmigten kindgerechten Inhalten geschützt werden können. Ob es zur eigenen Sicherheit den “Bundestrojaner” als Zusatzfunktion gibt, wurde nicht erwähnt.

Immerhin werden keine Grundrechte beeinträchtigt und es ist ein nutzerautonomes System. Aber es produziert neue Scheindebatten, wie den “Schutz von Kindern vor Kinderpornografie” und lenkt damit von einer Löschung von Kinderpornografie aus dem Netz ab. Darüber hinaus ist dieser Ansatz im “Kampf der Kulturen” um das Internet als offener Kommunikationsraum auf der Seite der Befürworter einer Zonierung verankert. Also eine Absage an die freie Informations- , Kommunikations- oder Wissensgesellschaft.

Bleibt das Thema Jugendschutz: Eine befragte Pädagogin konnte mit dem 1&1 Vorschlag in puncto Jugendschutz nichts anfangen. Nach ihr ist es eine erzieherische Aufgabe Kindern beizubringen, dass es im Internet Orte gibt die man nicht aufsuchen sollte bzw. wie man damit umgeht, wenn man auf solche Orte stößt. Versuche diese in einer Digitalen Gesellschaft wichtige erzieherische Aufgabe durch Technik zu ersetzen, hält sie für fatal. Fraglich ist z.B., ob eine Auto-Seite für Erwachsene auf der Whitelist für Kinder kommt. Diese Seite könnte aber durchaus für Kinder interessant und geeignet sein. Jugendliche können vielleicht nicht mehr playboy.de aber immer noch geileschlampen.de und andere Hardcore Seiten, die nicht auf der Blacklist sind, ansurfen. Darüberhinaus besteht die Gefahr, dass Seiten wie youtube.com vorschnell zensiert werden. (im gefilterten Bremer Schulnetz sind beide Fälle vorgekommen). Jugendschutz-Filtertechniken haben also kaum Vorteile dafür aber viele Nachteile.

Update: Es gibt nun auch einen Kompromissvorschlag von der Titanic.