Mit ‘Zensursula’ getaggte Artikel

CDU, SPD & CO haben die Zensur-Debatte verloren

spd_fuer_zensur1Die Große Koalition hat sich auf eine Zensur des Internets geeinigt. Vermarktet wird der Frontalangriff auf die demokratische und freie Kommunikationsgesellschaft als “Maßnahme gegen die Verbreitung von Kinderpornografie”, obwohl Experten in diesem Gebiet den Stoppseiten-Klimbim für wirkungslos halten. Dass inhaltlich den Zensurgegner nichts entgegen zu setzen ist, zeigen die erbärmlichen Statements der Befürworter zur gestrigen Öffnung der Büchse der Zensursula:

SPD: “Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich mit ihrer Forderung nach grundlegenden Änderungen beim Kinderpornografie-Bekämpfungsgesetz in den Verhandlungen mit der Unionsfraktion auf ganzer Linie durchgesetzt.”

CDU: “Union setzt sich bei Kinderpornografie-Sperre durch”

Über die weitere Schönfärberei in den entsprechenden Pressemitteilungen beider Parteien hat INTERNET-LAW gebloggt.

PR-Schleuder Deutsche Kinderhilfe: Sagt nichts, da sie offensichtlich nicht genügend Unterschriften zusammenbekommen hat um wie von ihr angekündigt gegen die über 130000 Mitzeichner der Online-Petition für ein freies Internet anzustänkern.

Zensursula: Kläglich – wie einst die Deutsche Kinderhilfe – kauft sie sich eine Umfrage mit manipulativer Fragestellung die die Blockade von Internetseiten alternativlos abfragt. Dagegen ganz anders die Ergebnisse der Mogis Umfrage die alle drei Möglichkeiten zum Umgang mit kinderpornographischen Seiten im Netz berücksichtigt: 2% Für frei zugängliche, 5% für Sperren (Zensursulas Vorschlag) und 92% für Löschung und Strafverfolgung (Vorschlag der Zensurgegner).

EX-BILD-Terrorismusexperte Herfried Münkler: Falsche Meinungsmache auf BILD-Niveau, in der er davon ausgeht, dass durch das Zensurgesetz Kinderpornografie im Internet überhaupt erst verboten wird und dass die Zensurgegner sich aus kriminellen Firmen und Kommunisten zusammensetzen. Nichts anderes ist von einem zu erwarten, der die Zunahme von Kindersoldaten mit Abwesenheit der “Disziplinierungsmechanismen regelmäßiger Arbeit” begründet. (Warum druckt das die Frankfurter Rundschau ab?)

Ansonsten hat das Hausblatt von Wolfgang Bosbach (CDU) ihm seine Politik schön geschrieben. Mehr gab es nicht von den Befürwortern einer Zensur zu lesen. Zensursula hat ihren Willen durchgedrückt aber öffentlich unterstützen mag sie dabei kaum einer mehr.

Update: Deutsche Kinderhilfe gibt doch etwas von sich (”Begriff [Zensur] der die Debatte von Anfang an vergiftet hat”) und erwähnt am Rande, dass sie angeblich 120000 Unterschriften hat. Wer’ s glaubt.

Immerhin: 60 Jahre keine Zensur in der BRD

frank_zensur

Ok, zwischen 1955 und 1968 wurden ungefähr 100 Millionen Postsendungen aus dem Verkehr gezogen. In der französichen Besatzungszone ging sogar die gesamte Post durch die Hände froschfressender Zensoren (nichts gegen Franzosen, hat die damalige deutsche Regierung abgesegnet) aber es gab seit 1949 die Illusion von einer nicht vorhandenen Zensur. Damit hat aber nun die Große Koallition Schluss gemacht: Selbst die Sozis haben sich wieder gewendet und die Dunkle Macht CDU hielt die Tage sowieso die Salamitaktik nicht mehr durch und will sich am liebsten sofort die Zensurliste von der Content-Mafia bereichern lassen. Rechtsaußen will man soger Stoppschilder in Computerspiele einbauen, oder so. Wie auch immer, beide abwählbaren Parteien haben sich nun auf die Wiedereinführung der Zensur geeinigt … im Grundgesetz steht zwar immer noch “eine Zensur findet nicht statt” aber who cares?

Also, mischt bitte alle im Wahlkampf aktiv mit. Stellt euch vor die CXUSPD Stände und schwingt Reden über die Umtriebe dieser Parteien. Im EU-Wahlkampf hat sich gezeigt, dass Slogans a la “die wollen euch nur bespitzeln” allgemein bei ihren Wählerinnen und Wählern auf offene Ohren stoßen.

Update: Einige sorgen schon für ein Rahmenprogramm bei CDU Veranstaltungen.

Internetzensur: Deutschlands und Chinas Taktik

Überwachung 2.0 für das Volk

Ab dem 1. Juli dürfen in China nur Computer mit der vorinstallierten “Filter-Software” “Lvba-Huajihuhang” (Porno und illigale Inhalte Damm – Jugendliche eskortieren) verkauft werden. Die an einer zentralen Blacklist angeschlossene “Filter-Software” soll Minderjährige (<18) vor Pornografie und anderen “ungesunden” Informationen im Internet schützen. Darüber hinaus können Eltern mit der Software die Kommunikation ihrer Kinder beispielsweise mit MSN Messenger, QQ, Skype und Yahoo Messenger kontrollieren. Sollten Eltern lieber auf Erziehung statt Ausblendung setzen, kann die Software von ihnen deinstalliert werden.

Laut der Chinesische Regierung ist die “Filter-Software” kein Volksrepubliks-Trojaner. Sie dient nur zum “Schutz der Jugend vor Pornografie und Gewalt”. Weiter verkündet sie, dass “jeder der ein Kind hat [...] die Sorge von Eltern über ungesunde Inhalte im Internet verstehen kann” und dass das “Internet in China schon immer offen gewesen sei”. … Neusprech scheint weltweit gleich zu sein. Hierzulande ist es nur martialischer. Gleich ist auch in beiden Ländern die Tendenz die Bevölkerung als Komplizen bei der Überwachung des Internets zu gewinnen. In China u.a. mit der Kommunikations-Kontrolle der jungen Generation und in Deutschland will Zensursula eine Atmosphäre schaffen, in der Heranwachsende und junge Menschen dem BKA abweichendes Verhalten im Netz mittels eines Buttons im Browser melden … IMs für die Stasi 2.0 in Deutschland und Admin-Warte in China.

You’d better watch out

Charles Mok, Vorsitzender der Internet Society Ortsgruppe Hong Kong verneint, dass mit dem “Filter” eine totale Kontrolle möglich ist und hält die psychologische Wirkung, in Anbetracht, dass die Software Informationen darüber sammelt wer welche Website besucht hat und als Spyware dienen kann, für das Wesentliche:

“But the whole thing is about the message that is being sent – that ‘you’d better watch out, I’m still continuing to watch you in one way or another’.”

Bei der Zensur in Deutschland mittels der Manipulation von DNS-Servern größerer Provider setzt man ebenfalls auf die Psychologie. Ein Großteil der “potenziellen Nutzer” soll allein durch den Hinweis mit Stoppschildern, dass sie illegale Inhalte aufsuchen wollen, abgeschreckt werden, heißt es in einem Bericht über Netzsperren des Bundesinnenministeriums. Zudem sieht der Gesetzesentwurf für eine Netzzensur die Weitergabe der IP-Adressen von Besuchern des Stoppschilds an das BKA* vor. Weil nicht nur “potenzielle Nutzer” sondern potenziell jeder Internetnutzer in den Stoppschild-Logfiles landen kann, wird damit ein jeder der Gefahr einer Strafverfolgung ausgesetzt: You’d better watch out!

Zensurverweigerer nicht relevant

Die Chinesische Regierung ließ sich von einem Gartner-Analysten bestätigen, dass sich die “Filter-Software” von Rechnern deinstallieren lasse. Laut Mok hoben viele in den erheblichen Diskussionen in chinesischen Online-Foren über die “Filter-Software” dies positiv hervor. Das Kalkül der Regierung, die Zensur als freiwillig erscheinen zu lassen, scheint aufgegangen zu sein. Mok geht davon aus, dass die Mehrheit nicht die Software deinstallieren wird oder nicht das Wissen dazu haben wird.

In Deutschland ist die Regierung penibler: Wegen der Möglichkeit einer Umgehung wird in einem Bericht des Innenministeriums für den Innenausschuss des Bundestages über die „Technischen Möglichkeiten der Entfernung bzw. Sperrung kinderpornographischer Inhalte im Internet” von einer “Filter-Software” auf PC-Ebene abgeraten. Aus gleichen Gründen fällt in dem Bericht die Manipulation von DNS-Servern großer nationaler Provider durch. Allerdings wird die DNS-Manipulation als kurzfristig machbare Übergangslösung empfohlen. Man geht davon aus, dass nur wenige diese umgehen werden und setzt wie in China auf Gleichgültigkeit oder geringe technische Kompetenz der Bevölkerungsmehrheit. Zusätzlich werden u.a. von Zensursula Zensurverweigerer als Vergewaltiger von Kindern stigmatisiert.

Für beide Länder stellt die Möglichkeiten der Umgehung von Zensur im Internet kein großes Problem dar. China nutzt dies sogar progressiv in dem sie ihre PC-seitige Zensur als “freiwillig” vermarktet. Schließlich ist die Bevölkerungsmehrheit das Ziel der Zensur und nicht diejenigen die zensiert werden, also Blogger in China und zukünftig Filesharer in Deutschland. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua fasst dies treffend zusammen:

“Support [for Green Dam] largely stems from end users, opposing opinions primarily come from a minority of media outlets and businesses”

Schöne neue digitale Mauer

Allgemein bekannt ist die “Great Firewall of China” durch die Olympischen-Spiele. Damals war für alle Beteiligten klar, dass Internetzensur eine unwürdige Sache ist, die bei uns niemals denkbar wäre, eine Schande für jede Demokratie und ein klares Zeichen, dass es sich in China eben nicht um eine Demokratie und nicht um einen Rechtsstaat handelt. Mittlerweile führt Deutschland mit der DNS-Manipulation ein Bestandteil der Great Firewall of China ein. Die weiteren Komponenten empfiehlt der Bericht des Innenministerium über die Durchführbarkeit einer Zensur im Internet als langfristig vorzugswürdig und – siehe da – der Gesetzesentwurf zur Einführung der Netzzensur ist technologieneutral gehalten und sieht “DNS-Sperren” lediglich als Mindestanforderung vor. Er schafft damit eine gesetzliche Grundlage für Provider um die vom Innenministerium vorgeschlagene Deutsche Digitale Mauer nach dem Vorbild der Cleanfeed-Zensur in Großbritannien, die abgestuft erst nach IP-Adressen und anschließend nach URLs filtert, einzuführen. Die Chinesische Regierung hat sich bereits mit folgenden Worten um die neuen Mitstreiter im Kreise der Staaten die die freie Meinungsäußerung unterdrücken gefreut:

“Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern. Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun.”

Einen Unterschied zwischen Deutschland und China gibt es aber: Hierzulande kann man die Befürworter einer Einmauerung des Internets, also die CXUSPD, abwählen.

Update: Die “Filter-Software” liest mit der fscanf Funktion die Filterdateien in einen Buffer mit fester Länge ein. Mit provozierten Buffer-Overflows kann damit die Regierung Rechner kapern. Siehe: Analysis of the Green Dam Censorware System

* In einem neueren Gesetzesentwurf soll kein Besucher der Stoppseiten mehr angezeigt werden, allerdings werden die IP-Adressen immer noch erfasst: You’d better watch out!

Update 2: Spiegel-Online berichtet, dass die “Freiwilligkeit” der “Filter-Software”  mit zahlreichen Protesten – unter anderem mit einer Online-Petition – durchgesetzt wurde.

Online-Petition gegen Zensur im Internet bricht Rekord

petition-zensur

Mit inzwischen mehr als 128300 Mitzeichnern ist es nun raus: Bürgerinnen und Bürgern ist ein Internet ohne Zensur wichtiger als die Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin!

3sat: Befindet sich die BRD auf dem chinesischen Weg der Zensur?

Wie viel Internet verträgt die Demokratie? “Das Internet wird momentan aus einem der freisten Instrumente das der Menschheit global bekannt ist, um Informationen zu kommunizieren, umgebaut in ein kontrolliertes System”, stellt Daniel Schmidt von Wikileaks.org fest. Andreas Gondi von Netzwertig.com erklärt hierzu den Hintergrund: “Durch die Erfindung der Druckmaschine wurde die moderne Demokratie überhaupt erst möglich und die alten Eliten, wie beispielsweise der Adel und ein Stück weit auch der religiöse Klerus, haben damit ihre Macht weitgehend verloren. Das Internet ist ein Medium, das die Gesellschaft potenziell so weit verändern könnte, dass auch hier alte Eliten in die Gefahr geraten ihre Machtpositionen zu verlieren”. Soweit will es die Regierung aber nicht kommen lassen: Christian Bahls von Mogis sieht in dem Gesetzesentwurf zur Zensur des Internets bereits chinesische Verhältnisse, da er technologieneutral ist und somit Providern die Grundlage für den Betrieb einer chinesischen Great Firewall gibt. Vor Chinesischen Verhältnissen warnte ebenso schon vor Monaten der wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einer Studie.

… und Zensursula schwingt weiterhin die Kinderpornokeule: “Den Vorwurf der Zensur zu erheben, ist nicht angemessen angesichts der Frage, ob wir Bilder der Vergewaltigung von Kindern im Internet frei sichtbar lassen wollen.” Nach wie vor ignoriert sie die nachhaltige Alternative diese Bilder nicht zu sperren, sondern komplett zu löschen und zeigt damit, dass es ihr nicht um eine effektive Bekämpfung von Kinderpornografie geht. Immerhin schafft sie jetzt Transparenz in dem nicht mehr das BKA, sondern ein nicht näher definiertes Gremium im Geheimen die Zensurlisten erstellt. Lachhaft. Willkommen in China.

Ach ja: China mischt schon mit: Auf dem nächsten Internet Governance Forum war geplant die Internetzensur auf die Tagesordnung zu hieven, damit Staaten wie China & CO richtig schön gebasht werden können. Ein Vertreter Chinas hat dieses Disskussionsthema mit folgender spitzen Bemerkung verhindert:

“Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern. Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun” [...]  “Da müssen wir sehr vorsichtig sein.”

Siehe auch: 3sat: Es geht nicht um Kinderpornografie sondern darum die Freiheit des Einzelnen einzuschränken
(via)

CDU & SPD gegen Löschung von Kinderpornografie aus dem Internet

cdu-spd-internet-zensurDie E-Pettition gegen eine Zensur des Internets hat mittlerweile mehr als 100.000 Mitzeichner. 90% der Deutschen fordern laut einer Umfrage das Löschen statt Sperren von Kinderpornografie im Internet. Nach CareChild hat auch der AK-Zensur  gezeigt, dass sich mit wenig Aufwand Kinderpornografie aus dem Netz löschen lässt. Laut Grundgesetz ist eine Zensur sowieso verboten … all das beeindruckt CDU und SPD nicht und sie fordern weiterhin die Kinderpornografie-Keule schwingend die Zensur des Internets. So langsam könnten sie ihre eigentliche Motive - das Kontrollieren von Inhalten im Internet – offen zugeben. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter macht das nämlich schon in einer Stellungsnahme:

Bei allem Positiven, das die Online-Welt bietet, das Internet wird zunehmend als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens, bis hin zur Durchführung krimineller Taten genutzt. Aufgrund ungefilterter Internetzugänge sind aber leider auch Inhalte wie Pornographie, Pädophilie, Islamismus, Rechts- und
Linksextremismus, Terror und vieles mehr für Kinder und Jugendliche frei verfügbar.

Deutsche Kinderhilfe & Whitewashing

Nachdem die dubiose CDU-PR Agentur Deutsche Kinderhilfe in Zusammenhang mit einer Manipulation der Wikipedia gebracht wurde,  Unterschriftensammler eingekauft sowie eine Umfrage mit manipulativer Fragestellung in Auftrag gegeben hat, liegt laut der Süddeutschen Zeitung die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Kinderhilfe in tausend Scherben. Keine schlechte Leistung wenn man sich das Personal der Deutschen Kinderhilfe anschaut:

  • Die Vorstandssprecherin war vor ihrem Job im Verein im Bereich Internationale Public Relations, mit dem Schwerpunkt Politische Kommunikation, tätig
  • Die Kompetenz der Wissenschaftlichen Leiterin wird auf der Website der Deutschen Kinderhilfe durch ihre Tätigkeit in namhaften internationalen PR-Agenturen hervorgehoben
  • Die Presseprecherin hat Wirtschaftskommunikation studiert.
  • Ein Teamassistent ist Eventkaufmann und studierte Communication & Media Management

Insgesamt kommen vier der acht Mitarbeiter aus der PR-Branche. Grund für die desaströse PR Arbeit kann auch nicht die Bezahlung sein, da u.a die hohen Personalkosten der Deutschen Kinderhilfe 2008 einen Skandal auslösten.

Reichlich dämlich agiert die PR-Kombo der Deutschen Kinderhilfe weiterhin mit der Propaganda, dass es keine Alternative zu einer grundrechtswidrigen Zensur des Internets gebe. Zeitgleich wird in fast allen Medien über die sinnvollere Strategie “Löschen statt Sperren von Kinderpornografie” berichtet. Dass man damit den unseriösen Ruf nicht los wird, ist der Deutschen Kinderhilfe mittlerweile selber aufgegangen. Offensichtlich erinnerte man sich daran, dass ihr geschäftsführender Vorstandsvorsitzender Justitiar der Kassenärztlichen Vereinigung in Thüringen ist und einige Küngelrunden später war das Ziel erreicht: Der Deutschen Ärztetag unterstützt die Zensur … wenn das nicht seriös ist. Abschließend posaunt man auf seiner Website heraus, dass man den Deutschen Ärztetag zu dieser Aussage umgedreht hat – fertig ist das Whitewashing.

Update: Die Küngelei wird immer besser: okular.suedblog.de zum Beschluss des Deutschen Ärztetages:

Licht in die Frage nach der Motivation bringt die Betrachtung, wer hinter dem Antrag zum Beschluss steht- Dr. med. Thomas Fischbach als einer der Antragsteller ist Vorsitzender des Bundesverbands der Kinder und Jugendärzte NRW. Genau jener Verband, über den die deutsche Kinderhilfe lobenswert berichtet, dass er die heftig kritisierten Flugblätter der deutschen Kinderhilfe in seinen Praxen auslegt.

Zapp: Kämpfen gegen die Zensur!

NDR-Zapp über die Symbolpolitik von Zensursula und die Gefahren einer Zensur im Internet. (via)

Endlich wirksamer Kinderschutz!

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Nach 1&1 nun ein Kompromissvorschlag von der Titanic.

90% gegen Zensur des Internets – schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Kinderhilfe

Erneut  steht die umstrittene “Deutsche Kinderhilfe” in der Kritik. Mit der Schlagzeile, dass 92 Prozent der Deutschen dafür seien , dass Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt gesperrt würden, machte die konservative “Deutsche Kinderhilfe” am vergangenen Wochenende auf sich aufmerksam. Dahinter steckte aber eine manipulativen Fragestellung. Das zeigte sich nun mit Hilfe einer von dem Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren, Mogis,  im Auftrag gegebene Umfrage mit Fragen die den Schverhalt richtig wiedergaben: Mehr als 90% der Deutschen sind demnach gegen “Internetsperren” und für eine Löschung von Kinderpornografie aus dem Internet. Zeit-Online schreibt hierzu:

Was heißt das? In erster Linie, dass suggestive Fragen nur die Meinung abbilden, die sich der Frager wünscht – nicht die, die tatsächlich existiert. So etwas kann nützlich sein, ist es aber nicht, wenn es darum geht, die Wahrheit zu finden. Die Deutsche Kinderhilfe war offensichtlich nicht an einem realistischen Meinungsbild interessiert, wie die Mogis-Umfrage belegt.

Hilfreich ist das nicht. Und bei einem so wichtigen Thema wie dem Kampf gegen Kindesmissbrauch ist Suggestion nicht nur ärgerlich. Sie kann sogar zu einem Missbrauch der Missbrauchten führen.

1&1: Alternativer Vorschlag zum Access-Blocking

Ein Gegenvorschlag von 1&1 zum leyenhaften Zensur-Modell des Internets ist heute aufgetaucht: 1&1 schlägt eine freiwillige und damit grundrechtskonforme Zensur vor. Netzpolitik.org hat hierzu Andreas Maurer, dem Pressesprecher von 1&1, interviewt. Der Gegenvorschlag (pdf) skizziert grob, dass KJM, FSM, BKA, usw. eine Datenbank mit für sie unliebsamen Inhalten erstellen sollen. Diese Datenbank soll zentral – das BSI wird hierzu vorgeschlagen – gehostet werden. Router sollen diese Datenbank abfragen können und die Besitzer der Router sollen dabei folgende Selbstzensur-Auswahlmöglichkeiten haben:

  • Blockierung von “Kinderpornografie” (Standarteinstellung, Blacklist)
  • Blockierung von “ab 18 Jahre Inhalte” für Jugendliche und Kinder (Blacklist)
  • Blockierung jegliche Form von Pornografie (Blacklist)
  • Nur ausgewählte Inhalte für Kinder unter 14 Jahren (Whitelist)
  • Nutzer mit Admin-Rechte für den Router können die Zensur für sich abschalten

Ziel der Selbstzensur ist ,laut Andreas Maurer, dass sich Internetuser selber vor unbeabsichtigten Aufrufen von Kinderpornoseiten schützen können sowie Kinder vor nicht vom BKA & CO. genehmigten kindgerechten Inhalten geschützt werden können. Ob es zur eigenen Sicherheit den “Bundestrojaner” als Zusatzfunktion gibt, wurde nicht erwähnt.

Immerhin werden keine Grundrechte beeinträchtigt und es ist ein nutzerautonomes System. Aber es produziert neue Scheindebatten, wie den “Schutz von Kindern vor Kinderpornografie” und lenkt damit von einer Löschung von Kinderpornografie aus dem Netz ab. Darüber hinaus ist dieser Ansatz im “Kampf der Kulturen” um das Internet als offener Kommunikationsraum auf der Seite der Befürworter einer Zonierung verankert. Also eine Absage an die freie Informations- , Kommunikations- oder Wissensgesellschaft.

Bleibt das Thema Jugendschutz: Eine befragte Pädagogin konnte mit dem 1&1 Vorschlag in puncto Jugendschutz nichts anfangen. Nach ihr ist es eine erzieherische Aufgabe Kindern beizubringen, dass es im Internet Orte gibt die man nicht aufsuchen sollte bzw. wie man damit umgeht, wenn man auf solche Orte stößt. Versuche diese in einer Digitalen Gesellschaft wichtige erzieherische Aufgabe durch Technik zu ersetzen, hält sie für fatal. Fraglich ist z.B., ob eine Auto-Seite für Erwachsene auf der Whitelist für Kinder kommt. Diese Seite könnte aber durchaus für Kinder interessant und geeignet sein. Jugendliche können vielleicht nicht mehr playboy.de aber immer noch geileschlampen.de und andere Hardcore Seiten, die nicht auf der Blacklist sind, ansurfen. Darüberhinaus besteht die Gefahr, dass Seiten wie youtube.com vorschnell zensiert werden. (im gefilterten Bremer Schulnetz sind beide Fälle vorgekommen). Jugendschutz-Filtertechniken haben also kaum Vorteile dafür aber viele Nachteile.

Update: Es gibt nun auch einen Kompromissvorschlag von der Titanic.

3sat: Es geht nicht um Kinderpornografie sondern darum die Freiheit des Einzelnen einzuschränken

Bericht von 3sat über die Motive zur Einführung einer Internetsperre von DNS Poisoning.


… Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten unterzeichnen

Siehe auch: 3sat: Befindet sich die BRD auf dem chinesischen Weg der Zensur?

Internetsperre: Bundesregierung planlos?

Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) hat in einer Fragestunde am 21.01.2009 (pdf) die Bundesfamilienministerin Ursala von der Leyen u.a. gefragt, “welche Länder an vorderster Stelle liegen, was das Einstellen von Kinderpornografie ins Internet angeht”. Bis heute wurde seine Frage nicht beantwortet.

Die Deutsche Kinderhilfe & Ursula von der Leyen Konnektion

Von der Verbändelung zwischen Ursula von der Leyen, Karl-Theodor zu Guttenberg und dem Verein “Innocence in Danger” – von diesem Verein hat Zensursula u.a. die krude Vorstellung aufgegabelt, es gäbe einen “kommerziellen Massenmarkt” für Kinderpornografie mit “Millionen-Umsätzen” (Incompetence not in danger), berichtete Stefan Niggemeier. Durch eifrige Pressearbeit für eine Cleanfeed Zensur des Internets fällt ansonsten der “Verein Deutsche Kinderhilfe” auf. Die “Deutsche Kinderhilfe” schleimt sich dabei derartig bei Ursula von der Leyen ein, dass Christian Bahls vom Verein “MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren” das Essen wieder hochkommt. Dazu hat die “Deutsche Kinderhilfe” aber auch einen triftigen Grund, schließlich wurde der Verein nach einem spektakulären Spenden- und Datenschutzskandal 2008 aus dem “Deutschen Spendenrat” ausgeschlossen. Die Welt hat damals dem Ganzen drei Artikel gewidmet und hebt im dritten Artikel hervor, dass die Skandale der “Deutschen Kinderhilfe” auch politisch höchst brisant sind, weil sich  der Verein bis dato auf großen Rückhalt von Ursula von der Leyen verlassen konnte … da muss jetzt wohl einiges wieder gerade gebogen werden. Schade nur, dass hier offensichtlich wieder Küngelei und keine effektive Verfolgung von Kinderpornografie im Vordergrund steht.

Update: Deutsche Kinderhilfe erneut in der Kritik

Siehe auch: Deutsche Kinderhilfe & Hartz IV Empfänger, Deutsche Kinderhilfe & Wikipedia, Deutsche Kinderhilfe & Erich Honecker, 90% gegen Zensur des Internets – schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Kinderhilfe